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Emojis -
Mit Bildern sprechen

Emojis kennen wir alle und die meisten von uns nutzen sie täglich. Sie sind heute ein wichtiger Teil unserer Kommunikation auf dem Smartphone, Tablet und Computer. Schon 1938 betonte der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951), dass Piktogramme manchmal mehr sagen können als tausend Worte.

Ausgabe Nr. 80, Seiten 27

Wenn wir mit einem Menschen sprechen, hilft es sehr, ihn anzusehen und ihm gut zuzuhören. Wir sehen die Körperhaltung, die Bewegungen der Arme und Hände sowie die Mimik. Wir hören den Tonfall und die Sprachmelodie. Wenn wir einander schreiben, zum Beispiel mit dem Smartphone, fallen all diese Eindrücke weg. Wir hören und sehen unseren Gesprächspartner nicht. Dann helfen uns Emojis, Gefühle auszudrücken. Durch die Piktogramme erfahren wir: „Ist der Mensch gerade gut gelaunt oder traurig?“ oder „Meint er den Satz ernst oder macht er einen Witz?“.

Verständnis und Missverständnis

Antonia Langer aus Freiburg nutzt beim Chatten viele Emojis: „Mit manchen Freundinnen rede ich fast nur in Emojis, wir brauchen nicht viele Worte im Chat.“ Trotzdem gibt es manchmal Missverständnisse. Die 16-Jährige erzählt: „Ab und zu versteht mein Freund nicht, wie ich etwas meine. Zum Beispiel merkt er nicht, dass ich wirklich traurig bin – obwohl ich ein Emoji mitgeschickt habe, das das zeigen sollte. Dann streiten wir.“ Wer unsicher ist, welches Emoji was bedeutet, kann in der Datenbank Emojipedia (emojipedia.org) nachschauen. Die englische Website erklärt alle Bildchen sehr detailliert. Dort sieht man auch die Unterschiede bei verschiedenen Programmen: Ein trauriges Emoji sieht bei WhatsApp zum Beispiel ein bisschen anders aus als bei Skype und nochmal anders im Facebook-Messenger. Antonia lacht: „Dieses Wiki muss ich wohl mal meinem Freund zeigen!“

Emojis vor der Digitalisierung

Als Vater der Emojis gilt der Philosoph Ludwig Wittgenstein. Er zeigte 1938 in einem Universitätsseminar drei Zeichnungen mit grob skizzierten Gesichtern. Diese Gesichter stellten Emotionen dar und Wittgenstein erklärte, dass diese Zeichnungen flexibler als Adjektive seien und damit mehr ausdrücken könnten. Das erste bekannte Emoji ist das freundliche Smiley, auch Emoticon genannt. Heute gibt es eine unendliche Auswahl an Emojis, nicht nur Gesichter, sondern auch Fahrzeuge, Lebensmittel und Tiere. Die Vielfalt der Piktogramme wird weltweit jedes Jahr am 17. Juli gefeiert, am Welt-Emoji-Tag. Es gibt auch internationale Besonderheiten, zum Beispiel beim Lieblingstier: In keinem anderen Land wird in der digitalen Kommunikation so oft die Maus genutzt wie in Deutschland.

 

Quiz: Emoji-Lyrik

Quiz EmojisEs gibt sogar Emoji-Lyrik. Dabei werden Gedichte und Lieder in Emojis ausgedrückt. Der Anfang welches berühmten Gedichts der deutschen Klassik verbirgt sich hinter diesen Emojis? Schickt die Antwort bis zum 30. Juni 2019 an: quiz@vitaminde.de.

 

Johanna Nimrich
Foto: Foto: Madan Babu/pexels.com, Pixaline/pixabay.com (Emojis)

 

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