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Nikolaus und Knecht Ruprecht –
Eine Tradition der Vorweihnachtszeit

Jedes Jahr am 6. Dezember feiert man in Deutschland den Tag des heiligen Nikolaus. Er besucht die Kinder und bringt ihnen Geschenke mit. Oft hat er seinen Helfer dabei, den bösen Knecht Ruprecht. Er bestraft unartige Kinder. Aber woher kommt diese Tradition der Vorweihnachtszeit?

Bereits vor dem Heiligen Abend am 24. Dezember bekommen die Kinder in Deutschland kleine Geschenke. Am 6. Dezember ist das Fest des heiligen Nikolaus. Dieser Tag ist seit dem 17. Jahrhundert eine Tradition in Deutschland. Eine Legende besagt, dass der Nikolaus mit Knecht Ruprecht die Kinder besucht, um sie zu beschenken oder zu bestrafen. In manchen Regionen Deutschlands müssen die Kinder ihre Schuhe putzen und am Abend des 5. Dezember vor das Haus stellen. Wenn die Schuhe sauber sind und die Kinder brav waren, legt der Nikolaus nachts Schokolade, Lebkuchen, Mandarinen oder Nüsse in die Schuhe. Wenn die Kinder unartig waren, lässt der Nikolaus Kohle oder alte Kartoffeln in den Schuhen zurück. Heute füllen natürlich die Eltern der Kinder die Schuhe mit Geschenken.

Gedichte aufsagen
In einigen Gegenden Deutschlands müssen die Kinder auch Gedichte aufsagen, um zu beweisen, dass sie artig waren. Wer brav war, erhält Geschenke. Wer es nicht war, wird von Knecht Ruprecht mit einer Rute geschlagen. Heute passiert das natürlich nicht mehr. Allerdings hatte diese Tradition lange Zeit das pädagogische Ziel, durch Belohnung oder Bestrafung die Kinder zu erziehen.

Der heilige Nikolaus
Im 4. Jahrhundert nach Christus lebte in der heute türkischen Stadt Myra der Bischof Nikolaus. Ikone von Nikolaus von Myra, 1294 (Foto: Aleksa Petrov/wikimedia.org)Eine Legende erzählt, dass er eines Nachts einer armen Familie drei goldene Äpfel für die drei Töchter ins Haus brachte. Daraus entwickelte sich die Tradition, nachts die Geschenke zu bringen. Es gibt viele Geschichten darüber, wie Nikolaus von Myra anderen Menschen geholfen hat. Er wurde später heiliggesprochen, der 6. Dezember ist sein Gedenktag. Auf Ikonen und Altarbildern hat der Nikolaus meistens einen weißen Bart, trägt einen roten Mantel und einen Hut. Wegen dieser Darstellung entstand auch die Idee, den Weihnachtsmann ähnlich aussehen zu lassen.

Knecht Ruprecht
Teil der Nikolauslegende ist auch Knecht Ruprecht. Er trägt die Geschenke, eine Liste mit den Namen der Kinder und die Rute zur Bestrafung. Den Knecht Ruprecht gibt es wahrscheinlich, weil das Christentum alles gern in Gut und Böse aufteilt. Während der Nikolaus für das Gute steht, verkörpert Knecht Ruprecht das Böse: Der Nikolaus belohnt die Kinder für gutes Benehmen, Knecht Ruprecht bestraft sie bei schlechtem. Er sollte den Kindern Angst machen, damit sie auf ihre Eltern hören und fleißig sind. Knecht Ruprecht trägt meistens Kleidung in Braun oder Schwarz, hat einen dunklen Bart und manchmal sogar Hörner wie der Teufel. Von dieser Legende ist heute nur der gute Teil erhalten geblieben: Am 6. Dezember bekommen alle Kinder kleine Geschenke und dann ist Weihnachten nicht mehr weit.

Max Firgau
Fotos: Primarschule Niederhelfenschwil (Nikolaus und Knecht Ruprecht), Aleksa Petrov/wikimedia.org (Ikone von Nikolaus von Myra, 1294)

Nikolaus und Knecht Ruprecht
 
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