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Müller, Schmidt, Nowak, Yilmaz –
Nachnamen in Deutschland

Der Nachname ist Teil des Namens eines Menschen. Er drückt die Zugehörigkeit zu einer Familie aus. In Europa entstanden Nachnamen erst seit dem Mittelalter. Unser Autor Max Firgau hat recherchiert, welche Familiennamen es in Deutschland gibt, woher sie kommen und welche Bedeutung sie haben.

Nachnamen als Teil des gesamten Namens gibt es im deutschen Sprachraum seit dem 12. Jahrhundert. Davor hatten die Menschen nur ihren Vornamen und manchmal einen sogenannten Beinamen, zum Beispiel „Karl der Große“ oder „Heinrich der Seefahrer“. Ein Beiname kann verschiedene Bedeutungen haben: Körperbau (groß, klein), Haarfarbe (braun, schwarz), Beruf (Müller, Bäcker), den Vatersnamen (Anderson, Pedersen) oder einen geografischen Ort (Franke, Basler). Aus dem Beinamen wurde dann der Nachname. Er blieb in der Familie und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Dass jeder Deutsche einen Vor- und Nachnamen haben soll, wurde 1875 in Deutschland eingeführt. Dieses Gesetz gilt bis heute.

Die häufigsten Nachnamen
In Deutschland gibt es über 850 000 unterschiedliche Familiennamen. Das ist sehr viel. In China gibt es beispielsweise nur 700. Am häufigsten ist der Nachname Müller. Über 700 000 Menschen in Deutschland haben diesen Nachnamen. Der bekannteste Müller ist zurzeit der bayerische Fußballspieler Thomas. Der Nachname kommt vom Beruf des Müllers, der in einer Mühle Getreide zu Mehl verarbeitet. Dass der Name Müller heute so häufig vorkommt, hat zwei Gründe: In Deutschland gab es im Mittelalter schon viele Müller. Außerdem war der Beruf so wichtig für die Versorgung der Bevölkerung, dass die Müller nicht im Krieg kämpfen mussten. Auch andere deutsche Familiennamen stammen von Berufen: Schmidt kommt vom Schmied, der mit Metall arbeitet. Der Schneider stellt Kleidung her und der Fischer ist derjenige, der Fische fängt.

Ausländische Namen in Deutschland
Deutschland ist seit langer Zeit ein Einwanderungsland. Viele Menschen aus dem Ausland kommen nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Diese Leute haben auch ihre Familiennamen mitgebracht. Die häufigsten ausländischen Nachnamen in Deutschland sind Nowak und Noack aus Polen sowie Yilmaz und Kaya aus der Türkei. Daran kann man sehen, dass die größten Gruppen von Immigranten aus Polen und der Türkei kommen. Der häufigste Nachname in Deutschland, der nicht aus Europa kommt, ist der vietnamesische Familienname Nguyen.


Onomastik – Die Wissenschaft der Namen

Die Namensforschung, oder auch Onomastik genannt, ist ein Teil der Sprachwissenschaft. Für Namensforscher sind verschiedene Fragen interessant: Wie häufig ist ein Name in einem bestimmten Gebiet? Woher kommt der Name und welche Bedeutung hat er? Wie verändern sich Namen im Lauf der Zeit? Werden manche Namen weniger oder mehr? Außerdem überprüfen Namensforscher, ob der Name psychologische oder soziale Effekte hat: Es gibt Studien, die belegen, dass Menschen mit adeligen Namen, wie zum Beispiel „von Liechtenstein“, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auf eine Karriere haben.

Max Firgau
Foto: www.jakubmarian.com/www.katapult-magazin.de (Europakarte mit Nachnamen)

Nachnamen in Deutschland
 
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Mehr zu dieser „vitamin de” Ausgabe (Nr. 86, Herbst 2020, Seite 13)

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