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Sich und die Welt verändern

Debattierwettbewerb in Usbekistan

vitamin de Ausgabe Nr. 85, Regionalausgabe Zentralasien

WettbewerbAkmal Razikulov ist im März 2020 Landessieger des Debattierwettbewerbs „Jugend debattiert Usbekistan“ geworden. Der Schüler aus der Schule Nr. 60 in Taschkent gewann eine vierwöchige Reise nach Deutschland. Aber leider findet die Reise wegen der Corona-Pandemie nun nicht statt. Wie er usbekischer Landessieger wurde, erzählt der 16-Jährige im Interview.

Warum hast du an dem Debattierwettbewerb teilgenommen?

Ich dachte mir, dass der Wettbewerb eine tolle Erfahrung sein könnte. Und so war es auch: Ich habe viele neue Leute kennengelernt und habe jetzt keine Angst mehr, vor einem Publikum frei zu sprechen und zu debattieren.

Wie war der Wettbewerb organisiert?

Eine Debatte wird immer zu viert geführt. Die diskutierte Frage soll auf die Veränderung einer Meinung abzielen. Sie soll mit Ja oder Nein beantwortet werden können, sodass zwei Debattanten eine Pro-Meinung und die anderen beiden eine Kontra-Meinung vertreten. Die Debatte an sich besteht aus drei Teilen: In der Einleitung wird die Frage genannt. Die Pro-Seite macht einen Vorschlag und begründet ihn. Die Kontra-Seite prüft den Vorschlag und nennt Argumente dagegen. Der zweite Teil heißt „freie Aussprache“, in der man weitere Argumente zu seiner Position hinzufügt und auf die Argumentation der anderen Seite eingeht. Im dritten Teil, dem Schlussteil, wird die Frage nochmals wiederholt und das stärkste Argument für die eigene Position hervorgehoben. Das Debattieren haben wir lange im Unterricht geübt. Dann wurden die besten Debattanten der Schule ermittelt.

Und wo fand das Landesfinale statt?

Es fand in der Aula am Akademischen Lyzeum der Weltsprachenuniversität in Taschkent statt. Viele Leute waren da. Vorher hatten wir Teilnehmer ein zweitägiges Seminar und haben viele gute Tipps für das Debattieren bekommen. Unsere Lehrerinnen hatten auch eine Fortbildung, und zwar zur Jurorin. In der Finalrunde haben wir die Frage „Sollen Kinderrechte in die usbekische Verfassung aufgenommen werden?“ debattiert. Ich habe die zweite Pro-Position vertreten und das Finale gewonnen.

Was ist beim Debattieren deiner Meinung nach wichtig?

Es ist wichtig, die Informationen richtig zu erklären. Dazu muss man sie gut sortieren und selbst genau verstehen, worüber man spricht. Es ist auch gut, ohne Angst und Nervosität zu sprechen.

Hast du mit bestimmten Leuten das Debattieren geübt?

Meine Lehrerin Lyutsiya Shafigulina hat mich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Mit ihr haben wir in der Klasse das Debattieren geübt. Nur dank ihr habe ich den Wettbewerb gewonnen.

Konntest du deine Deutschkenntnisse bei dem Debattierwettbewerb erweitern?

Ja, ich spreche jetzt ein flüssigeres Deutsch. Vor allem ist meine Aussprache besser geworden. Außerdem kann ich jetzt leichter auf Deutsch recherchieren und Informationen sortieren. Deshalb kann ich den Debattierwettbewerb anderen Deutschlernern nur empfehlen. Das Debattieren hilft vor allem dabei, sich selbst und die Welt zu verändern. 

Das Interview führte Wilhelm Siemers.
Foto: Luise Deumer (Akmal Razikulov), ZfA (Logo)

Jugend debattiert Usbekistan

Der Debattierwettbewerb in Usbekistan ist eine Initiative der Fachberatung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) in Usbekistan und fand 2020 zum ersten Mal statt. Inzwischen ist Usbekistan Teil des Projekts „Jugend debattiert“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der ZfA, nimmt aber vorerst noch nicht an internationalen Wettbewerben teil.

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