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Meist unter Männern –
Die Schachspielerin Julia Halasarbeitsblaetter

„Das Damengambit“ ist die bislang erfolgreichste Miniserie beim Streamingdienst Netflix. Millionen Zuschauer verfolgten den Aufstieg eines jungen Waisenmädchens in die von Männern dominierte Weltspitze im Schach. Auch Julia Halas hat die Serie gesehen. „Die Geschichte ist gut gemacht und zeigt, dass Schach nicht so langweilig ist, wie viele glauben“, sagt sie.

In Deutschland spielen rund 90 000 Menschen Schach in einem Verein. Nur etwa 8 000 von ihnen sind Frauen. Eine davon ist Julia Halas. Sie ist eine talentierte Spielerin. Bei den Schachszenen in der Netflix-Serie „Das Damengambit“ hat die 20-Jährige auch Unstimmigkeiten entdeckt: „Die Spieler haben sehr schnell gezogen, in Wirklichkeit denken sie länger nach“, sagt sie.

An der deutschen Meisterschaft teilnehmen
Im Alter von sechs Jahren begann Julia Halas mit dem Schach. Sie sah ihrer älteren Schwester zu. Mit sieben Jahren trat sie einem Schachverein bei. „Ich fand es spannend, andere Kinder zu besiegen, die größer und älter waren als ich“, erinnert sie sich. Julia Halas bekam zweimal pro Woche je zwei Stunden Unterricht, trainierte Eröffnungen und lernte Strategien. An den Wochenenden nahm sie an Turnieren teil – und das mit Erfolg. Zuletzt gewann sie im Oktober 2020 die sächsische Einzelmeisterschaft der Frauen. Damit darf sie 2021 an der deutschen Meisterschaft teilnehmen.

Manchmal die einzige Frau
Aktuell spielt Julia Halas für die Schachgemeinschaft Leipzig. Und zwar nicht nur mit dem Frauenteam in der 2. Frauenbundesliga Ost, sondern auch mit ihren männlichen Kollegen in der höchsten Liga Sachsens. In diesem achtköpfigen Team ist sie manchmal die einzige Frau. Für sie ist das nichts Neues. „Schach war schon immer eine Männerdomäne“, sagt sie. In welcher Mannschaft sie auch spielt, Julia fühlt sich überall wohl. Einen Unterschied gibt es aber: „Die Spielerinnen des Frauenteams kennen sich schon lange. Deswegen herrscht ein besonderer Zusammenhalt.“

Männer und Frauen spielen gleich gut
Gekämpft wird auf den 64 Feldern bei den Frauen genauso hart wie bei den Männern. Bis zu sechs Stunden kann eine Partie dauern. „Schach ist faszinierend, weil es durch das Ziehen der Figuren so viele Möglichkeiten gibt.“ Dass Männer besser spielen als Frauen, bestreitet Julia. „Es spielen viel mehr Männer als Frauen Schach. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Mann Schachweltmeister wird“, argumentiert sie.

Momentan ein Hobby
Im Moment hat Julia Halas wegen ihres Studiums wenig Zeit fürs Schachspielen. „Jetzt ist es leider nur ein Hobby, früher war es Leistungssport“, sagt sie. Doch sie freut sich, dass Frauen im Schach durch die Netflix-Serie mit der Schauspielerin Anya Taylor-Joy nun mehr Aufmerksamkeit bekommen. Sie selbst will bald auch wieder mehr trainieren, um gut auf die deutsche Meisterschaft der Frauen vorbereitet zu sein.


Deutscher Schachweltmeister

Der bislang einzige deutsche Schachweltmeister war Emanuel Lasker (1868 – 1941). Er behauptete den Titel 27 Jahre lang (von 1894 bis 1921) und war damit länger als jeder andere Schachweltmeister. Eine deutsche Schachweltmeisterin gab es bislang nicht. Zumeist kamen die Weltmeisterinnen aus der Sowjetunion oder, wie zurzeit, aus der Volksrepublik China.

Benjamin Haerdle
Foto: privat (Julia Halas)

Meist unter Männern – Die Schachspielerin Julia Halas
 
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Mehr zu dieser „vitamin de” Ausgabe (Nr. 88, Frühling 2021)

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