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Calliope mini

Programmieren einfach lernen

vitamin de Ausgabe Nr. 78, Regionalausgabe Zentralasien

IMG 6321 KopieaMatthias Richter ist freiberuflicher Produktdesigner für Spiel- und Lernmittel. In Workshops zeigt er Schülern, wie sie mithilfe des Minicomputers „Calliope mini“ erste eigene Programme erstellen können. Im April und Mai 2018 fanden solche Workshops an Schulen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) in Usbekistan statt. Die Teilnehmer des akademischen Lyzeums Nr. 2 in Urgentsch stellten Matthias Richter einige Fragen.

Für wen ist der Calliope mini geeignet?

Schüler der 3. und 4. Klasse lernen mit dem Calliope mini das Programmieren. Beim Calliope sieht man die einzelnen Bauteile gut, weil er kein Gehäuse hat. Dadurch kann man die Funktionsweise des Computers leichter verstehen. In Deutschland wurde für die Programmierung auch ein kostenloses Softwareprogramm entwickelt: Open Roberta. Damit können schon 10-Jährige den Calliope programmieren. Wichtig ist, dass die Schritte spielerisch und anschaulich vermittelt werden.

Wie kann ein Programmierspiel aussehen?

Bei dem Spiel „Programmierer und Roboter“ gibt es einen Spielplan mit Hindernissen, mit Start- und Zielpunkten. Dazu gibt es Karten mit Richtungs- und Bewegungsanweisungen. Die Kinder müssen die Bewegungskarten in solch eine Reihenfolge bringen, dass die Strecke bewältigt werden kann. Ein einzelnes Kind, der „Roboter“, wartet solang vor der Tür. Der „Roboter“ zieht dann vom vorbereiteten Stapel jeweils eine Karte und führt nacheinander die Schritte aus. Im Idealfall kommt er so ans Ziel.

Wie sind Sie zum Bereich Spiel- und Lernmittel gekommen?

Meine erste Firma „Werkstatt für therapeutische Spielmittel“ habe ich 1981 gegründet. Ich habe Spielzeug für Kinder mit Behinderung entworfen. Nach der Wende 1989 habe ich an der Bauhaus-Universität in Weimar Produktdesign studiert und ein eigenes Designbüro gegründet. Wir haben pädagogisches Spielzeug aus Holz und Bambus gestaltet.

Seit wann arbeiten Sie mit dem Calliope mini?

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie man Kinder für das Programmieren begeistern kann. Die Workshops mit dem Calliope mini richten sich an Schüler, Studenten und Lehrkräfte mit dem Schwerpunkt Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Seit Anfang des Jahres bin ich in Rente. Aber die Workshops möchte ich auch weiterhin machen.

Das Interview führten Nigora Nurullaeva und ihre Schüler aus dem
akademischen Lyzeum Nr. 2 an der staatlichen Universität Urgentsch.
Fotos: Goethe-Institut Usbekistan (Matthias Richter und Schüler),
Fraunhofer-Institut (Illustration Calliope)

Calliope mini und Roberta

calliopeDer Calliope mini ist ein Minicomputer aus einer Platine ohne Gehäuse. Darauf sind Sensoren für Bewegung und Temperatur angebracht. Mit den richtigen Programmierschritten kann der Calliope Farben und Schriftzüge anzeigen, Töne abspielen oder LED-Lämpchen aufblinken lassen. So lernen Kinder auf spielerische Weise das Programmieren. Das Projekt wird von der deutschen Bundesregierung, dem Fraunhofer-Institut und Google sowie dem Goethe-Institut unterstützt. Mit dem mehrsprachige Softwareprogramm „Open Roberta“ kann der Calliope programmiert werden.

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