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Studienreise nach Süddeutschland
MINT im Deutsch-Unterricht
vitamin de Ausgabe 67, Regionalausgabe Südwesteuropa
  
IMG 1777Warum besichtigen ein spanischer Mathematiklehrer, eine italienische Deutschlehrerin und ein belgischer Geografielehrer die Müllverbrennungsanlage in Ludwigshafen? Der Besuch war Teil einer Erkundungsreise in Süddeutschland. Sprachlehrer und Lehrer der naturwissenschaftlichen Fächer aus südeuropäischen Ländern sollten sich kennenlernen und fächerübergreifende Projekte erarbeiten.

Unter dem Motto „MINT und DaF – das macht Spaß!“ verbrachten elf Lehrer aus Belgien, Malta, Portugal, Spanien und Italien eine ereignisreiche Woche in Heidelberg und Umgebung. Sie bildeten Lehrertandems, die je aus einem Lehrer für Deutsch als Fremdsprache (DaF) und einem Lehrer aus den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) bestanden. Ziel der Reise war das gegenseitige Kennenlernen und die Verknüpfung von Naturwissenschaft und Sprachunterricht. So sollen Schüler stärker für naturwissenschaftliche Themen begeistert werden.

  
Ausstellungsbesuche und Firmenbesichtigungen
Zahlreiche Ausstellungsbesuche rund um die Naturwissenschaften (Explore Science Mannheim, Experimenta Heilbronn, Mathematik des Planeten Erde Heidelberg, Mathematikum Gießen) führten den spielerischen Umgang mit MINT-Themen vor Augen. Dass die Naturwissenschaft wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen Fortschritt und Umweltschutz leistet, zeigten Besuche im Institut für Europäische Molekularbiologie und im Institut für Jugendmanagement in Heidelberg, wo das Bildungsprogramm „Master MINT“ angeboten wird. Bei der Besichtigung einer Ludwigshafener Müllverbrennungsanlage war zu sehen, wie Müll effizient recycelt werden kann und wie aus dem Restmüll Strom produziert wird. Auch der Besuch des Unternehmens BASF in Ludwigshafen weckte großes Interesse. Die Lehrerinnen und Lehrer bekamen einen Einblick in die vielfältigen Berufsmöglichkeiten in der Chemiebranche.
  
Projektarbeit in deutschen Klassenzimmern
Wie der DaF-Unterricht mit den naturwissenschaftlichen Inhalten eines MINT-Faches verknüpft werden kann, zeigte der Besuch in drei Gymnasien in Baden-Württemberg und Hessen. Sie haben den Schwerpunkt „Interdisziplinarität“. Als stille Beobachter durften die europäischen Kollegen im Unterricht zuschauen, wie Projektarbeit in deutschen Klassenzimmern funktioniert: Da wird eifrig gebohrt, gesägt und gebastelt. Kein Schüler findet Experimente mit Gummibärchen, die Arbeit mit einem 3-D-Drucker oder die schuleigene Bienenzucht langweilig! Und wie das Unterrichten im Tandem klappt, konnten die europäischen Kollegen im direkten Gespräch mit ihren deutschen Kollegen erfragen.
  
Fächerübergreifende Projektarbeit
Den Kopf voll inspirierender Eindrücke machen sich die europäischen Lehrertandems nun daran, eigene Ideen für eine fächerübergreifende Projektarbeit an ihren Schulen zu entwickeln. Sie erarbeiten interdisziplinäre Unterrichtseinheiten, die sie anschließend im Deutsch- und MINT-Unterricht erproben und evaluieren. Die Goethe-Institute in Paris und Brüssel, welche die Reise organisierten, sind gespannt auf die Ergebnisse von „MINT im Deutschunterricht“.
  

Eva Volz, Goethe-Institut Paris


  

Foto: Goethe-Institut Paris

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