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Lecker! Wie bei Oma

Russlanddeutsche Rezepte

vitamin de Ausgabe Nr. 81, Regionalausgabe Russland

Irina Artem und Rosa Eckert Filmstill EckArtRezeptAuf ihrem YouTube-Kanal „EckArtRezept“ stellen Irina Eckert, ihr Mann Andrej und Sohn Artem russlanddeutsche Rezepte vor. Mit den Videos „Lecker! Wie bei Oma“ gewann die junge Familie aus Omsk in Westsibirien 2017 den Wettbewerb „Russlanddeutsche in der Avantgarde der Zukunft“ des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK). Irina und Andrej erzählen von ihren Projekten.

Habt ihr beide deutsche Vorfahren?
Irina: Ja, meine Oma väterlicherseits, Rosa Eckert, ist halb Deutsche, halb Estin. Die Eckerts sind schon in den 1930er-Jahren in das Dorf Blumenfeld/Zwetnopolje in Sibirien gekommen. Die Vorfahren meiner Oma mütterlicherseits, Hilde Engelmann, sind aus dem Kaukasus.
Andrej: Meine Vorfahren mütterlicherseits wurden von der Wolga nach Kasachstan deportiert.

Wie ist euer YouTube-Kanal entstanden?
Irina: Meine Mutter und meine Omas haben immer russlanddeutsche Gerichte gekocht. Als Andrej und ich einige Jahre in Moskau gearbeitet haben, habe ich festgestellt: Manche wissen gar nicht, dass ihre Vorfahren Deutsche waren. Ich habe begonnen, im Deutsch-Russischen Haus russlanddeutsche Gerichte zu kochen, um die Tradition greifbar zu machen.
Andrej: Irina wurde auch für die Fernsehserie „Moja ljubov – Rossija!“ zu dem Thema interviewt. Man hat uns vorgeschlagen, einen Blog zu machen und so entstand unser YouTube-Kanal.

Habt ihr ein Lieblingsrezept?
Irina
: Ich koche gern „Nagiesaher“. Das Rezept habe ich von meiner Oma Hilde. Von meiner Oma Rosa habe ich das Rezept für „Kartula vorst“, Kartoffelwurst. Beide Gerichte sind aus Kartoffeln, Hackfleisch und Zwiebeln.
Andrej: Ich mag Riwwelkuchen (Streuselkuchen) und Krebli, ein Hefegebäck.
Irina: Ja, Riwwelkuchen mag ich natürlich auch. Als Kind war es das schönste, heimlich die Streusel vom Kuchen zu naschen!

Bei Veranstaltungen backt ihr oft Waffeln. 
Andrej: Ja, wir haben ein altes Waffeleisen von unseren deutschen Vorfahren aus dem 18. Jahrhundert. 
Irina: Die Waffeln schmecken mit regionalen Produkten am besten. Milch, Eier und Butter für den Teig der Waffeln kaufen wir im Dorf.

Zum YouTube-Kanal „EckArtRezept“

Das Interview führte Magdalena Sturm.
Fotos: EckArtRezept (Irina mit Oma und Sohn),
Internationaler Verband der deutschen Kultur (Logo)


Geschichte der Russlanddeutschen

- 1763: Die russische Zarin Katharina II (1729 – 1796) lädt deutsche Bauern ein, die unbesiedelten Gebiete des Russischen Reichs zu bewirtschaften.
- 18./19. Jahrhundert: Viele Deutsche siedeln sich im Westen des Russischen Reichs an.
- 1941: Josef Stalin (1879 – 1953) lässt Deutschstämmige als vermeintliche Spione des faschistischen Deutschlands nach Sibirien und Kasachstan deportiert.
- 1990er-Jahre: Nach dem Zerfall der Sowjetunion übersiedeln viele Russlanddeutsche nach Deutschland.
- 2010: Im Gebiet Omsk leben noch etwa 50000 Nachkommen von Russlanddeutschen.

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