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Deutsches Hollywood in Omsk

Das Filmfestival des Goethe-Instituts

kino2Deutsche Filme sind im Vergleich zu Hollywood-Filmen eher unbekannt. Das ist kein Geheimnis. Nur wenige deutsche Schauspieler und Filme erreichen internationale Berühmtheit. Als aber das Kinotheater „Vavilon“ im westsibirischen Omsk von 21. bis 23. Februar 2019 seine Türen für das große Kinofestival des deutschsprachigen Films öffnete, wurde schnell klar: Das deutsche Kino hat wahre Meisterwerke zu bieten.

Drei Tage lang wurde im restlos ausverkauften Kinosaal jeden Abend ein aktueller Film gezeigt, im Originalton auf Deutsch mit russischen Untertiteln. Jede Filmvorführung begann mit einer Begrüßung durch Svetlana Poluykova, die Leiterin des Sprachlernzentrums – Partner des Goethe-Instituts in Omsk, und den Sprachassistenten Simon Hertel, der nach jedem Film ein kleines Quiz mit attraktiven Preisen durchführte. Nach einem feierlichen Sektempfang ging es donnerstags direkt los mit dem ersten Film.

kino3In den Gängen
Das Drama „In den Gängen“ (2018) von Regisseur Thomas Stuber beschäftigt sich mit dem Leben von Supermarktangestellten in Ostdeutschland. Der Film kam beim Publikum sehr gut an, weil es nicht nur um die Handlung geht, sondern auch darum, wie diese Handlung erzählt wird. Deutschlernerin Marina beschreibt ihre Eindrücke folgendermaßen: „Ich habe festgestellt, dass es im Leben kein richtiges Ende gibt. Es gibt immer neue Möglichkeiten und es entstehen immer neue Bekanntschaften.“ Man müsse, so Marina, seine Komfortzone hinter sich lassen und nach einem Leben streben, das mehr sei als nur eine alltägliche, farblose Routine.

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer
Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Fantasy- und Abenteuerfilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (2018). Regisseur Dennis Gansel verfilmte das gleichnamige Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Michael Ende (1929 – 1995). Obwohl es ein Kinderfilm ist, kamen Deutschinteressierte aller Altersstufen zur Filmvorführung. Jim Knopf und Lukas reisen in neue Länder, um ihre Lokomotive Emma zu retten. Dabei entdecken sie fantastische Wesen und überwinden viele Gefahren. Sofia aus dem Kinderkurs meint: „Am besten hat mir die Stelle gefallen, als Jim und Lukas in die verlorene Stadt kamen“.

kino5Aus dem Nichts
Als letzter Film wurde Fatih Akins „Aus dem Nichts“ (2017) gezeigt. Das Drama beleuchtet den Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Schon während der Aufführung flossen Tränen und auch danach war die Stimmung nachdenklich und still. Die deutsche Sprache sorgte aber für Begeisterung: „Ich habe zum ersten Mal gesprochenes Deutsch gehört. Für mich hört es sich an wie der Klang von Geigen“, schwärmte ein Zuschauer. Alles in allem war es ein gelungenes Kinofestival voller Spannung und Emotionen. Die Veranstalter, das Goethe-Institut Nowosibirsk und seine Partner in Omsk, das Sprachlernzentrum „Kontakt“ sowie das Kinotheater „Vavilon“, haben ein großes „Dankeschön“ verdient. Alle Teilnehmer waren sich einig: Solch ein Ereignis darf gern wiederholt werden.

Simon Hertel
Fotos: Ivan Volkov/Fotostudio Administrazija Geometria

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