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Alte Berufe, neue Namen -
Berufe im Wandel

Die Berufsbezeichnungen „Automechaniker“ oder „Arzthelfer“ waren lange Zeit gebräuchlich. Heute gelten sie als veraltet. Die Ausbildungsinhalte werden in Deutschland regelmäßig überarbeitet und den aktuellen technologischen und ökonomischen Veränderungen angepasst. So haben auch die Berufe neue Namen bekommen.

Paul Böhm macht eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker (Kfz-Mechatroniker). Er erlernt den Beruf seines Vaters. Als dieser seine Ausbildung absolvierte, hieß der Beruf aber noch „Automechaniker“. Diese Bezeichnung gibt es seit 2003 nicht mehr. Die Arbeit des Kfz-Mechatronikers ist ähnlich wie die des „Automechanikers“, aber nicht gleich. Sie besteht heute mehr aus Elektronik und Informatik.

Ausgabe Nr. 72, Seite 12

Mehr Arbeitszeit am Computer als am Auto

Pauls Vater suchte die Fehler am Auto und reparierte sie in der Werkstatt. Sein Sohn macht es genauso. Nur sieht die Autowerkstatt heute ganz anders aus. Überall stehen Computer und elektronische Geräte. Die Autos besitzen heute eine komplexe Elektronik. Spezielle Geräte suchen die Fehler am Auto. Computerkenntnisse sind für Kfz-Mechatroniker deshalb unverzichtbar. „Mehr als die Hälfte der Arbeit passiert heute am Computer“, sagt Birgit Behrens vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Weil der Computer aber die mechanische Arbeit nicht erledige, sei auch heute das Können und das Wissen eines Mechanikers notwendig.

Medizinische Fachangestellte

Ähnlich war es bei Karla Meinhardt. Karlas Großmutter arbeitete als Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis. Sie empfing die Patienten und unterstützte den Arzt bei der Behandlung. Die Bezeichnung „Sprechstundenhilfe“ oder auch „Arzthelferin“ gibt es heute offiziell nicht mehr. Als Karla 2006 ihre Ausbildung begann, hieß ihr Beruf „Medizinische Fachangestellte“ (MFA). Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der fachlichen Kommunikation mit den Patienten und im Qualitätsmanagement der Behandlung. Theresia Wölker hat lange in einer Klinik gearbeitet. Sie ist der Meinung, dass die Bezeichnung „Angestellte“ für die MFA nicht mehr passe. Sie findet die Bezeichnung „Mitarbeiterin“ emanzipierter. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die neuen Berufsbezeichnungen nur langsam akzeptiert. Eine Umfrage unter Medizinischen Fachangestellten im Jahr 2014 zeigt, dass nur 34 Prozent der Befragten die Bezeichnung „Medizinische Fachangestellte“ nutzen. 18 Prozent verwenden die Abkürzung MFA. Fast die Hälfte, 48 Prozent, nennt sich aber weiterhin „Arzthelferin“.

Moderne Berufsbezeichnungen

Traditionelle Berufsbezeichnungen wie Bauer, Metzger oder Kellner wurden modernisiert. Sie heißen jetzt Agrarwirt, Fleischfachmann oder Restaurantfachkraft. Der Schaffner wurde zum Zugbegleiter, die Putzfrau zur Reinigungskraft. Die neuen Berufsbezeichnungen sollen die Tätigkeiten aufwerten und sie für Auszubildende attraktiver machen. So werden diese neuen Berufsbezeichnungen auch bei Stellenausschreibungen benutzt. 

Gabriel Hofmann

Foto: Dmitry Kalinowsky/Fotolia

vde72 Seite12 Berufsbezeichnungen
 
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