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Wanderer über dem Nebelmeer

(1818; Öl auf Leinwand; 94,8 cm × 74,8 cm; Hamburger Kunsthalle)


Das Bild zeigt den Künstler selbst als Wanderer in einer nebeligen Gebirgslandschaft. Der Wanderer steht ganz allein auf einem Felsen und blickt in die romantische Landschaft. Das Besondere ist, dass der Wanderer von hinten zu sehen ist. Personen in der Rückenansicht darzustellen, war ein beliebtes Stilmittel Caspar David Friedrichs und der Romantik. Die Rückenfigur hat eine wichtige Funktion: Sie zieht den Betrachter des Bildes ins Bild hinein. Der Betrachter wird selbst zum einsamen Wanderer in der Gebirgslandschaft und kann so Emotionen wie Einsamkeit oder Verlorenheit miterleben.


Fotos: wikipedia

Kunst
B2-C1

Caspar David Friedrich
› Großer Landschaftsmaler der Romantik

Caspar David Friedrich (1774-1840) ist einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Romantik. Seine Landschaftsbilder zählen zu den großen deutschen Kunstschätzen. vitamin de stellt den Künstler und seine Zeit vor.

Caspar David Friedrich verkörpert wie kein anderer deutscher Maler den Künstlertyp der Romantik. Er war introvertiert, naturverbunden und sehr religiös. Er glaubte, dass die Kunst direkt aus Seele und Herz komme. „Die einzige Quelle der Kunst ist unser Herz.“ Mit diesen Worten beschreibt der Künstler seine Auffassung von Kunst.

Melancholischer Charakter
Caspar David Friedrich wurde 1774 als sechstes von zehn Kindern in der Stadt Greifswald geboren. Schon früh verlor er Mutter und Schwester. Sein jüngerer Bruder starb 1787 bei einem tragischen Unfall: Beim Schlittschuhlaufen brach Caspar David Friedrich ins Eis ein. Sein Bruder ertrank bei dem Versuch, ihn zu retten. Die traumatischen Kindheitserlebnisse prägten ihn und verstärkten seinen melancholischen Charakter. Der Maler setzte sich in vielen seiner Bilder mit Sterblichkeit des Menschen auseinander.


Landschaft als Spiegel der Seele
Mit 16 Jahren erhielt Friedrich seinen ersten Zeichenunterricht bei einem Greifswalder Universitätsmaler. Sein Lehrer hatte großen Einfluss auf den jungen Künstler: Er lenkte den Blick Friedrichs auf die Natur und begeisterte ihn für die Landschaft seiner Heimat. Dem Maler ging es aber nicht um ein realistisches Abbild der Natur. Er wollte vielmehr die Landschaft als Spiegel menschlicher Empfindungen zeigen. In Friedrichs Gemälden symbolisiert die Natur häufig Emotionen wie Melancholie, Trauer oder Liebe. Reisen und Wanderungen waren für seine Inspiration wichtig.

Freier Künstler
Caspar David Friedrich gehörte zur Generation der ersten freien Künstler, die vom Verkauf ihrer Bilder leben mussten. Einflussreiche Aristokraten halfen dem Künstler. Der Maler brauchte regelmäßige Einnahmen, vor allem als er 1818 heiratete und bald eine fünfköpfige Familie versorgen musste. Friedrichs Erfolg als Künstler hielt nicht lange an. Das Interesse an seinen Gemälden wurde immer kleiner. Nach einem Schlaganfall im Jahr 1835 musste er schließlich mit dem Malen aufhören. Am 7. Mai 1840 starb Caspar David Friedrich. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden seine Bilder wiederentdeckt. Heute gilt er als bedeutendster Landschaftsmaler der Romantik. Irina Hahn

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