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Expo 2015 in Mailand
schulenpartnerderzukunft
Ein Rundgang auf der Weltausstellung
vitamin de Ausgabe 68, Regionalausgabe Südwesteuropa
  
Aufmachner SeiteII_IIIInsgesamt sieben PASCH-Schülerinnen und -Schüler aus der Region Südwesteuropa fuhren Ende September zur Weltausstellung (Expo) nach Mailand und besuchten dort einen Workshop zum Thema Journalismus. Gemeinsam berichten sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen.

Die Weltausstellung, auch Exposition Universelle Internationale (Expo), ist eine internationale Ausstellung. Sie findet alle fünf Jahre statt und dauert sechs Monate. Verschiedene Länder präsentieren ihre technischen und kunsthandwerklichen Leistungen. 2015 fand die Expo in Mailand statt. Die Ausstellung war ein großes Spektakel, aber auch anstrengende Arbeit. Damit die 21 Millionen Besucher auf ihre Kosten kamen, mussten Tausende von Hostessen, Köchen und Wachleuten täglich hart arbeiten. Ein Rundgang mit dem Hausmeister des Deutschen Pavillons.

  
Ein Mann für alle Fälle
Das Walkie-Talkie knackst. Der Techniker ist dran. „Station fünf funktioniert nicht“. Ein Fall für Roberto, den Hausmeister des Deutschen Pavillons. Deutschland präsentiert sich auf der Expo digital und elektronisch. Viele Bildschirme, viele Videos, viele Lichter. Und damit viel Arbeit für Roberto. Der Italiener ist der Mann für alle Fälle. Er muss den Maschinenpark kontrollieren, schauen, dass alles funktioniert und es keine Gefahren für die Besucher gibt. Sehr stressig sei das, sagt Roberto: „Ich bin oft nervös“. Kaum hat er den Satz ausgesprochen, knackst das Walkie-Talkie wieder. Jemand hat einen Vorhang nach unten gerissen. „Das wird jetzt kompliziert“, sagt Robert. Wie bekommt er das Stück Stoff wieder aufgehängt? Trotzdem lacht er: „Das ist ja auch lustig.“
  
Willkommen auf der Expo
Hausmeister Roberto_und_Romain145 Länder präsentieren in Mailand ihre Ideen und Träume für die Zukunft. „Feeding the Planet, Energy for Life“ lautet das diesjährige Thema. Es geht um Ernährung und Energie – und wie alle Menschen auf der Erde damit versorgt werden können. Deutschland hat nach dem Gastgeberland Italien den größten Pavillon. Eine luftige Konstruktion auf mehreren Stockwerken. Im Erdgeschoss wird auf Monitoren, Tafeln und mit Spielen erklärt, wie Wasser sauber gehalten wird, wie wichtig der Wald ist und dass man Nahrungsmittel, die man selbst nicht isst, nicht wegwirft, sondern mit anderen teilen kann. Ein Gitarrist und ein Rapper ahmen den Flug einer Biene nach. Und alle summen mit. Das Motto des Deutschen Pavillons ist „Be Active“. Man wird also zum Mitmachen aufgefordert. Mit gutem Beispiel voran gehen Felix Finkbeiner und Franziska Funk. Die zwei Jugendlichen sind Expo-Botschafter. Das heißt: Ihre Idee wird im Deutschen Pavillon vorgestellt. Felix und Franziska pflanzen Bäume und hoffen, so etwas gegen den Klimawandel zu bewirken. Ihre Initiative richtet sich an alle Menschen. Das Ziel ist ehrgeizig: eine Billion Bäume wollen die zwei pflanzen.
  
Manchmal wird’s chaotisch
Chiara arbeitet als Hostess. Sie erklärt, hilft, übersetzt. Chiara ist Italienerin, spricht aber sehr gut Deutsch. Sie hat längere Zeit in Deutschland gelebt. Im Deutschen Pavillon hat sie Schichtdienst, das heißt, sie macht alle zwei Stunden etwas anderes: Zuerst steht sie draußen am Infostand. Danach führt sie Gruppen durch die Ausstellung. Und dann stellt sie sich vor die Eingänge. Sie achtet darauf, dass alle brav in der Schlange bleiben. Manchmal wird’s aber chaotisch. Wie an diesem heißen Tag im September. Das Thermometer zeigt mehr als 30 Grad an. Eine ältere Frau springt plötzlich aus der Reihe, reißt die Tür auf, eilt in den Raum hinein und setzt sich dort auf den Boden. Die Hostessen verständigen den Sicherheitsdienst. In wenigen Minuten ist die Dame von vielen Menschen umgeben. Alle reden auf sie ein. Auf Deutsch, Englisch, Italienisch. Doch sie versteht nichts. Dann ist klar: Die Besucherin ist Französin. „Wer kann Französisch?“, ruft eine der Hostessen. Zum Glück findet sich ein Mädchen, das Französisch in der Schule lernt. „Was fehlt Ihnen", fragt sie die auf dem Boden liegende Dame. „Es ist die Sonne. Ich habe mich nicht gut gefühlt. Ich brauche einfach ein bisschen Schatten“, sagt sie. Endlich wissen alle, was los ist. Chiaras Team begleitet sie zu einem Stuhl. Sie reichen ihr etwas zu trinken. Die Dame trinkt – und atmet tief durch.
  
Ein Treffen mit Angela Merkel
Bei Roberto knackst inzwischen erneut das Walkie-Talkie. Ein Raum ist zu warm. Er soll die Klimaanlage aktivieren. Roberto läuft in den Technikraum. „Zutritt verboten“. Ziemlich gefährlich und nass ist es hier. Er drückt auf ein paar Knöpfe. Und siehe da: Ein paar Minuten später haben die Besucher „air condition“. Kaum ist das geschafft, knackst das Walkie-Talkie schon wieder. Roberto soll eine Video-Kamera im VIP-Raum anstellen. Dort essen Politiker, Unternehmer und Bürger, die sich das teure Restaurant leisten können. „Ich esse da nie“, sagt Roberto. Dann wartet die letzte Aufgabe auf ihn. Er muss seinen Wochenbericht an den Chef schreiben, worin steht, was alles passiert ist. Was funktioniert. Und was nicht. Nicht auf Italienisch, sondern auf Englisch. Er geht zurück in sein Büro. Ein kleiner Raum, den er sich mit mehreren Kollegen teilt. Roberto tippt los. Es ist schon fast 16.15 Uhr. Er ist seit acht Stunden im Dienst. Das kostet viel Kraft. Doch es lohnt sich auch. Roberto trifft viele berühmte Leute. Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Beispiel. Mit einem Grinsen sagt er: „Politik interessiert mich eigentlich nicht.“
 

Romain Pinteaux (Frankreich), Stefania Montesion (Italien) und Morgaine Müller (Belgien)
 


  

Foto: Goethe-Institut Rom (Owen, Rebecca, Guillermo und Romain (v.l.n.r.) im Garten der Ideen; Hausmeister des Deutschen Pavillions Roberto und Deutschlerner Romain)

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