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Berlin entdecken
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Eine Stadt mit vielen Gesichtern
vitamin de Ausgabe 69, Regionalausgabe Belarus
 
Teilnehmer vor dem Bundestag Emiliya ZashchukIm Oktober 2015 reisten Schüler von Gymnasien in Minsk und Brest für eine Woche in die deutsche Hauptstadt Berlin. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften erforschten sie die Stadt und versuchten zu ergründen, was von der Teilung Berlins in Ost und West heute noch geblieben ist.

Wenn man in Belarus von "Projektarbeit" spricht, denken viele an ein Bau- oder Geschäftsprojekt. Projekte im Bildungsbereich sind eher selten. Dass sie aber möglich sind, zeigten vier Gymnasien, die Teil des Netzwerks "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH) sind. 20 Schüler und vier Lehrkräfte der Gymnasien Nr. 20 und Nr. 24 in Minsk sowie der Mittelschulen Nr. 73 in Minsk und Nr. 7 in Brest gingen in der deutschen Hauptstadt auf Entdeckungstour. Das Projekt wurde aus Mitteln der Östlichen Partnerschaft finanziert.
 
Interviews auf den Berliner Straßen
Ebenso vielseitig wie die "Stadt mit vielen Gesichtern" selbst, waren die Aufgaben, die die Teilnehmer zu lösen hatten. Eine Gruppe von Schülern führte Befragungen auf der Straße durch und sammelte Informationen über das Alltagsleben der Berliner. Sie fragten "Gehen Sie oft ins Restaurant?" oder "Was denken Sie darüber, dass Geschäfte sonntags geschlossen bleiben?". Die Schüler bauten ohne Scheu Kontakt zu den Passanten auf. "Meistens waren die Leute freundlich, aber einige hatten keine Zeit, um auf Fragen zu antworten", erzählt die Schülerin Anhelina Halianchuk. Davon ließen sich die Teilnehmenden aber nicht demotivieren. Die Befragung machte ihnen richtig Spaß.
  
Ein unvergessliches Abenteuer
Eine andere Gruppe ließ sich von der Graffitikunst Berlins inspirieren. Bei einem Workshop durften sich die Schüler selbst kreativ austoben. Jedes Graffito habe eine soziale und politische Bedeutung, erklärt Teilnehmer Maksim Hramovich. Für ihn ist Graffiti die schönste Art der modernen Kunst. Die dritte Gruppe erforschte Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschen und Einwohnern mit Migrationshintergrund. "Wir fragten uns, wie wir Menschen mit Migrationshintergrund erkennen können und was ‚echte‘ Deutsche ausmacht", berichtet die Schülerin Hanna Markava. Die Teilnehmer hatten auch Gelegenheit, einer Abgeordneten des Deutschen Bundestags, Dr. Ute Finckh-Krämer von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Fragen zu stellen. Die Reise war ein unvergessliches Abenteuer und eine neue Erfahrung in der Projektarbeit.
  
Material für den Deutschunterricht
Beim Projekt "Berlin – Eine Stadt mit vielen Gesichtern" wurden Texte, Grafiken und Videos gesammelt. Das Material kann später an Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) anbieten, im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF) verwendet werden. Die Teilnehmer bereiten eine DVD vor, die ab September 2016 an der Mittelschule Nr. 7 in Brest erhältlich ist.
 
Tatjana Andronowitsch, DaF-Lektorin an der Technischen Universität Brest;
Vicky Mielczarek, kulturweit-Freiwillige an der Mittelschule Nr. 7 in Brest


 



  

Foto: Emiliya Zashchuk (Projektteilnehmer)

 

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